Eröffnungsveranstaltung Robert Menasse: Die Lebensentscheidung

⌨︎ 04. Oktober 2026  ⏲︎ 17 Uhr  Alte Fabrik | Eintritt  20,00 €  Ticket(s) kaufen
Der Wiener Schriftsteller Robert Menasse eröffnet in der Alten Fabrik in Kaldenkirchen die 15. Nettetaler Literaturtage.

Seine Novelle Die Lebensentscheidung führt nach Brüssel, dem Sitz der Europäischen Kommission. Dort arbeitet Franz Fiala, bis er die Entscheidung trifft, seinen Job hinzuschmeißen. Seiner Mutter erzählt er nichts von der Kündigung, als er sie zu ihrem 89. Geburtstag in Wien besucht. Und es bleibt nicht bei einer Heimlichkeit: Als ihn eine tödliche Krebs-Diagnose ereilt, beschließt Franz, seine Mutter zu täuschen, um ihr den Schmerz zu ersparen, ihn sterben zu sehen. Kann man über sein Leben entscheiden und mit Willenskraft länger weiterleben, als erwartbar wäre? Mit existenzieller Wucht und dennoch leichtfüßig erzählt Menasse von einem Wettlauf mit dem Tod.

 

 

© Raffaela Proell

Robert Menasse wurde 1954 in Wien geboren. Nach Studium von Germanistik, Philosophie und Politikwissenschaft in Wien, Salzburg und Messina lehrte er sechs Jahre als Gastdozent am Institut für Literaturtheorie an der Universität São Paulo. Seit seiner Rückkehr aus Brasilien 1988 lebt Robert Menasse als Literat und kulturkritischer Essayist hauptsächlich in Wien. Für seine Romane, Essays und Erzählungen wurde er vielfach ausgezeichnet, u. a. 2017 mit dem Deutschen Buchpreis.

 

© Andreas Krebs

Lothar Schröder, ehemaliger Leiter der Kulturredaktion der Rheinischen Post übernimmt die Moderation des Abends mit Lesung und Gespräch.

 

Pascale Hugues: „So voller Leben“

⌨︎ 06. Oktober 2026  ⏲︎ 19.00 Uhr  Theater unterm Dach | Eintritt 15 €  Ticket(s) kaufen

»Ich will nicht, dass du verschwindest, ohne Spuren zu hinterlassen«
Pascale Hugues unternimmt in „So voller Leben“ den ebenso zärtlichen wie riskanten Versuch, die eigene Mutter dem Verschwinden zu entreißen:
Yvette, 1929 im Jahr der großen Depression in Colmar geboren, lebt zwischen den Welten: ihre Eltern wünschen sich einen Jungen und bekommen ein Mädchen. Sie ist Linkshänderin und wird gezwungen, mit rechts zu schreiben. Mal Französin, mal Deutsche, wechselt sie im kriegsgeschüttelten Elsass mehrfach Nationalität, Sprache und sogar den Vornamen. Später, als erwachsene Frau, schwankt sie zwischen dem Charme der Bourgeoisie und der Verlockung des Aufruhrs, zwischen Patriarchat und Feminismus. Yvettes Leben ist stets zwischen zwei Polen, ein Spiegel ihrer Krankheit. Bipolar.
Pascale Hugues erfuhr als Kind nicht, warum ihre fürsorgliche Mutter wochenlang verschwand. Die Erwachsenen sagten ihr nicht, dass sie in der Klinik war. Jetzt begibt sie sich auf die Suche. Eine feinfühlige literarische Erzählung von Schmerz und Lebensfreude.

 

© Dagmar Morath

Pascale Hugues, geboren in Straßburg, lebt heute als Journalistin und Schriftstellerin in Berlin. Sie ist Deutschlandkorrespondentin des französischen Nachrichtenmagazins Le Point, Kolumnistin beim Tagesspiegel und schreibt für verschiedene deutsche Medien. Mit ihrem ersten Buch über ihre Großmütter „Marthe und Mathilde“ gelang ihr auf Anhieb ein Bestseller.

Jakob Schwerdtfeger: Punkt Punkt Komma Strich, fertig ist die Kunstgeschicht

⌨︎ 07. Oktober 2026  ⏲︎ 19.00 Uhr  Alte Fabrik, Kaldenkirchen | Eintritt 15 €  Ticket(s) kaufen

Weshalb landete die Mona Lisa in einer Pizza-Werbung?
Was hat der Expressionismus mit der Milka-Kuh zu tun?
Wie machte die Sängerin Taylor Swift ein unbekanntes Gemälde weltberühmt?

Der Comedian und Kunsthistoriker Jakob Schwerdtfeger hat Antworten parat: voller Humor bietet sein Programm einen verständlichen und fundierten Überblick über alle Kunstepochen – vom Mittelalter bis heute. Wie ein Trüffelschwein sucht er dabei nach Funfacts, Anekdoten und Kunst-Skandalen, ganz gleich ob bei großen Meistern oder unterschätzten Underdogs.  Mit seinem zeitgemäßen und erfrischenden Blick auf die Kunstgeschichte  vermittelt er mit spielerischer Leichtigkeit fundierte Fakten und vor allem Leidenschaft. Eine lustige, lockere und zugleich lehrreiche Liebeserklärung an die Kunst. Nach der Lektüre dieses Buches wird jeder Museumsbesuch zum Hochgenuss!

 

© Marvin Ruppert

Jakob Schwerdtfeger (Jahrgang 1988) ist Kunsthistoriker und Stand-up Comedian. Nach dem Studium der Kunstgeschichte arbeitete er mehrere Jahre am renommierten Frankfurter Städel Museum in der Kunstpädagogik. Auf der Bühne, als TV-Moderator, Autor, Kurator oder im Web-Format: Jakob Schwerdtfeger verbindet Kunstwissen mit Entertainment – innovativ, kenntnisreich und lustig. Seit 2012 steht er auf Bühnen und tourt aktuell mit seiner Show ›Meisterwerk‹. Sein erstes Buch „Ich sehe etwas, was du nicht siehst – und das ist Kunst“ (dtv 2023) wurde ein Bestseller. Schwerdtfeger lebt in Frankfurt am Main.

Hans-Gerd Raeth: Wir Freitagsmänner

⌨︎ 09. Oktober 2026  ⏲︎ 19.00 Uhr  Landcafe Stemmeshof, Sassenfeld 200 | Eintritt 15 €  Ticket(s) kaufen

Stell Dir vor, dein Leben dauert eine Woche – und heute ist schon Freitag.
Wenn ein Mann bei einem Date gesagt bekommt, dass er älter aussieht als sein brandaktuelles Foto, dann laufen die Dinge laufen nicht so gut. So wie bei Henri. Als sein Hausarzt ihm auch noch die Schlagworte sinkender Testosteronspiegel, Stimmungsschwankungen, Muskelabbau und Bauchfettzunahme – kurz Wechseljahre um die Ohren haut, reicht es! Mit Mitte 50 will Henri nicht aufs Abstellgleis – und vielleicht sind die Wechseljahre ein Gleiswechsel, den er begrüßen sollte.
Was folgt ist ein sowohl humorvoller wie auch nachdenklich stimmender Roman, in dem der Autor Hans-Gerd Raeth mit viel Sympathie für seine Figuren über Männer, Beziehungen, Männerfreundschaft und das Verhältnis zu den erwachsenen Kindern erzählt. Eine funkensprühende Gebrauchsanweisung für den Mann in den besten Jahren. Die brauchen keinen neuen Anstrich, sondern dieses Buch.
»Ein Buch für alle: Frauen lernen was über Männer. Männer auch.« Christoph-Maria Herbst

©Alan Ovaska

Hans-Gerd Raeth, geboren in Straelen, studierte Philosophie, Germanistik und Psychologie. Er lebt als freier Autor und Drehbuchautor mit seiner Familie in Berlin und wundert sich schon länger, dass auch in seinem Leben längst Freitag ist.

Fabian Grischkat: Keine Zukunft ist auch keine Lösung

⌨︎ 10. Oktober 2026  ⏲︎ 18.00 Uhr  LEIDER AUSVERKAUFT ! ➤ Infozentrum Biologische Station, Krickenbeck  | Eintritt 15 €  Ticket(s) kaufen

„Flood the zone with shit“ – diese fünf Wörtern prägen den Politikstil von Donald Trump. Doch muss sich eine Gesellschaft jeden Shit gefallen lassen? Fabian Grischkat sagt entschlossen Nein. „Flood the world with truth“ ist sein Gegenentwurf, mit dem er täglich Hunderttausende erreicht. 2025 sicherte sich Grischkat außerdem die Markenrechte an dem Begriff Stolzmonat, der zuvor gezielt von Rechtsextremen genutzt wurde. Dadurch wurde er für die einen zum Vor- und für die anderen zum Feindbild. Basierend auf seinem Buch „Keine Zukunft ist auch keine Lösung“ schafft er einen faktenstarken, humorvollen und empowernden Abend und führt durch die Skurrilitäten unserer Zeit. Ein Abend für alle, die nicht länger zusehen wollen.
Für alle, die zweifeln, aber auch wissen: Keine Zukunft ist wirklich keine Lösung.

 

©Markus Haner

Fabian Grischkat ist Journalist und Moderator. Der 25-Jährige wuchs in Nettetal auf und berichtet heute aus Berlin über die Schlagzeilen des Tages. Dabei nimmt er kein Blatt vor den Mund. Die „Vogue“ nannte Grischkat als eine von acht Personen, „die unsere Gesellschaft verändern“. 2025 erschien sein Buch „Keine Zukunft ist auch keine Lösung“

Hans K. Matussek: … über „Joseph und seine Brüder“

⌨︎ 11. Oktober 2026  ⏲︎ 11.00 Uhr  Theater unterm Dach | Eintritt 15 €  Ticket(s) kaufen

Nach 21 Jahren die »Neuauflage« zur Tetralogie Joseph und seine Brüder mit neuen Erkenntnissen!
Nach wie vor ist der umfangreichste Roman Thomas Manns das am wenigsten bekannte und erforschte Werk. Das ist heute nicht anders als vor 21 Jahren, als Hans K. Matussek seinen Vortrag zum ersten Mal hielt. Dennoch gibt es zahlreiche neue Erkenntnisse, nicht zuletzt nach dem Erscheinen der Großen Kommentierten Frankfurter Ausgabe im S. Fischer Verlag von 2018. Die unter Kennern seit langem gehegte Überzeugung, dass der Joseph-Roman sein wahres Opus magnum sei, findet erst allmählich breitere Zustimmung.

Gegenstand des Buches ist die Fleischwerdung des Mythos; sein Held: Joseph, Jakobs elfter; seine Welt: der babylonisch-ägyptische Orient um 1400 vor Christo; seine Aufgabe: zu beweisen, dass man auf humoristische Weise mythisch sein kann. Sie fragen nach einem Wesenszuge des Helden? Aber es steht von ihm geschrieben, dass er gesegnet sei mit Segen oben vom Himmel herab und mit Segen von der Tiefe, die unten liegt. Das ist sein Wesenszug. (Thomas Mann in einem Vortrag, 1942)

 

Meike Winnemuth: „Eine Seite noch“

⌨︎ 13. Oktober 2026  ⏲︎ 19.00 Uhr  Stadtbücherei Nettetal | Eintritt 15 €  Ticket(s) kaufen

„Eine Seite noch“ – ein Satz der selten stimmt. Bestsellerautorin Meike Winnemuth liest einen Sommer lang alles, was ihr in die Finger kommt. Sie erfreut sich an Selbstversuchen, trifft andere Leseverrückte, unternimmt Ausflüge in die weite Welt der Literatur. Und findet dabei was sie nicht gesucht hat: Lesen macht das Leben größer. Und es schenkt Verbundenheit über alle Grenzen hinweg. »Und doch lesen zwei Menschen nie dasselbe Buch.« Es gibt Bücher, an denen man wächst und solche, an denen man scheitert. Bücher, die einen begeistern, gefangen nehmen, nicht mehr loslassen.
Lassen Sie sich verzaubern und gefangen nehmen von Meike Winnemuth’s Liebeserklärung an unser aller Leidenschaft: Bücher.
Dann wissen sie auch, warum Lesen uns so glücklich macht!

© Felix Amsel

Meike Winnemuth lebt in Lübeck und an der Ostsee. Als Autorin für Stern, GEO, SZ Magazin und andere Zeitschriften erschrieb sie sich eine begeisterte Anhängerschaft. Ihre Bücher: Bin im Garten, Um es kurz zu machen und Das große Los hielten sich viele Wochen auf der Bestsellerliste.

Jan Weiler: Das Vogelhaus

⌨︎ 14. Oktober 2026  ⏲︎ 19.00 Uhr  Kulturaula Kaldenkirchen | Eintritt 20,00 €  Ticket(s) kaufen

Wenn Leonard Beck nach seiner Post sieht, ahnt er stets das Schlimmste. Und tatsächlich ist es ein unscheinbarer Brief seiner Mutter, der ihn nach Jahren zurückruft an den Niederrhein: Ein Haus steht zum Verkauf. Und obwohl dieses Haus keine guten Erinnerungen weckt, zieht es ihn magisch an. Leonard, der gerade seine Stelle am Theater verloren hat, reist in die Heimat und damit in seine Vergangenheit. Er trifft auf Menschen, die ihm einst wichtig waren. Und immer wieder steht er vor dem unscheinbaren Haus, dessen Geheimnis er damals nicht lüften konnte. Jetzt aber will er ihm auf die Spur kommen, stellt sich endlich seinen Ängsten – und seiner großen Liebe.

 

© Matthias Ziegler

Jan Weiler, 1967 in Düsseldorf geboren, ist Journalist und Schriftsteller. Er war viele Jahre Chefredakteur des SZ Magazins. Sein erstes Buch »Maria, ihm schmeckt’s nicht!« gilt als eines der erfolgreichsten Debüts der letzten Jahrzehnte. Es folgten unter anderem »Antonio im Wunderland«, »Mein Leben als Mensch«, »Das Pubertier«, »Die Ältern« und die Kriminalromane um den überforderten Kommissar Martin Kühn. Neben seinen Romanen verfasst Jan Weiler zudem Kolumnen, Drehbücher, Original-Hörspiele und Hörbücher, die er auch selbst spricht. Jan Weiler lebt in München und Umbrien.

„Jan Weiler spielt gewitzt mit Sprach– und Nationenstereotypen“ (DER SPIEGEL)
„Jan Weiler lesen macht einfach Spaß.“ (Brigitte)

Alena Schröder: Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel

15. Oktober 2026  ⏲︎ 19.00 Uhr  Stadtbücherei Nettetal | Eintritt 15,00 €  Ticket(s) kaufen

Was, wenn dein Leben eine Leinwand wäre? Und die Schichten von Farbe Schmerz und Glück?
Auf zwei Zeitebenen erzählt Alena Schröder die Geschichte zweier Frauen, deren Leben durch eine Leinwand für immer verbunden ist.
Im Mai 1945 versteckt sich die 14-jährige Marlen während des Kriegs in einem alten Forsthaus in Güstrow vor russischen Soldaten und findet dort eine alte Leinwand mit dem Porträt einer jungen Frau, die ihr Leben prägt.
Fast 80 Jahre später muss Hannah in Berlin herausfinden, was es mit dieser Leinwand und ihren familiären Verstrickungen auf sich hat. Ihr Vater taucht nach vielen Jahren wieder auf und interessiert sich auffällig dafür, was aus der Leinwand wurde, die ursprünglich Hannahs Urgroßmutter gehörte.
Emotional, warmherzig, tiefgründig spürt Alena Schröder in ihrem Roman der Frage nach, was wir unseren Eltern schulden und welches Erbe sie uns mitgeben.
Ein packender Roman zwischen Erinnerungen, Verlust und Identität!

 

© Vanessa Wunsch

Alena Schröder, arbeitet als freie Journalistin und Autorin in Berlin. Sie hat Geschichte, Politikwissenschaft und Lateinamerikanistik in Berlin und San Diego studiert. Gemeinsam mit Till Raether spricht sie in ihrem Podcast »sexy und bodenständig« über das Schreiben. 2023 erschien ihr Roman »Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid« 2025 dann der zweite Teil »Bei euch ist es immer so unheimlich still«. Beides Bestseller.

„Ein wunderbares Buch über ein ganzes Frauenleben: berührend, tragisch, komisch und auf den Punkt erzählt.“ BÜCHER Magazin

Martina Bogdahn: Mirabellentage

16. Oktober 2026  ⏲︎ 19.00 Uhr  Stadtbücherei Nettetal | Eintritt 15,00 €  Ticket(s) kaufen

Nachdem der Dorfpfarrer Josef unerwartet stirbt, gerät das Leben seiner langjährigen Haushälterin Anna aus dem Gleichgewicht. Um seinen letzten Wunsch zu erfüllen und seine Asche ans Meer zu bringen, nimmt sie Fahrstunden bei ihrem ehemaligen Fahrlehrer. Gemeinsam erkunden sie die Gegend und erinnern sich an ein fast vergessenes Leben: an den Geruch des Sommers und die Farbe reifer Mirabellen… Anna setzt sich mit ihrer Vergangenheit auseinander und findet den Mut, ihr Leben neu zu gestalten.

 

© Beppo Minx

Martina Bogdahn wurde 1976 in Weißenburg geboren und wuchs auf einem Einödhof in Mittelfranken auf. Sie lebt als Fotografin in München; ihr Debütroman Mühlensommer wurde ein SPIEGEL-Bestseller. Mit Mühlensommer war Martina Bogdahn bereits zu Gast bei den Nettetaler Literaturtagen und begeisterte das Publikum nicht nur mit ihrem Buch, sondern auch mit ihrer sympathischen Art. Auch diesmal dürfen sich die Besucherinnen und Besucher auf einen unterhaltsamen und abwechslungsreichen Abend freuen!